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Berlin ist eine besondere Stadt. Nicht nur aufgrund der Tatsache, dass Berlin die Hauptstadt unseres Landes ist. Es ist mehr die reiche Historie und die besondere Konstellation mit der Landschaft, von der Berlin umgeben wird. Zahlreiche Seen und grüne Waldgebiete befinden sich in direkter Umgebung. Kein Wunder also, dass in den letzten Jahrzehnten zahlreiche Prominente ihren dauerhaften Wohnsitz in diese Region verlegt haben. Ein gutes Beispiel dafür ist der Stadtteil Heiligensee. Diesen sehen wir uns genauer an und berichten über die dortigen Bauprojekte und die Entwicklung der Immobiliensituation in der Vergangenheit.

Wo ist Berlin Heiligensee?

Heiligensee befindet sich im Nordwesten von Berlin. Es liegt im Bezirk Reinickendorf. Dieser Teil der Stadt bildet die Grenze zum Land Brandenburg. Zwischen beiden Bundesländern verläuft der Fluss „Havel“. Auf der anderen Seite des Flussufers ist Henningsdorf. Im Süden gibt es den Tegeler Forst. Man könnte sagen es ist ein kleines Stück grünes Paradies in Berlin Reinickendorf.

Ist Heiligensee ein guter Ort zum Wohnen?

Berlin hat bessere und weniger gute Gegenden. Doch Heiligensee ist diesbezüglich eine Art Wunschtraum für so viele Bewohner von Berlin. Da es sich am Stadtrand im Nord-Westen befindet, ist die Lage relativ betrachtet eher abgeschieden vom großen Stress und Rummel im Stadtkern. Dennoch gehört der Teil zu Berlin Reinickendorf und somit besteht trotz allem die gute Infrastruktur der großen Stadt. Im Umfeld gibt es Flüsse und Wälder. Sie ziehen Menschen bekanntlich magisch an. Man könnte sagen hier gibt es einen Naherholungsort direkt in Berlin. Denn die Bewohner nutzen allzu gerne die Option sich dort ausgiebig in der Natur aufzuhalten.

Klare Sache, dass in diesem Teil von Berlin am liebsten fast jeder wohnen möchte. Oder zumindest diejenigen, die sich gerne aus dem Chaos heraushalten. Oder Familien mit Kindern, die sich ein Haus mit Garten wünschen und einen ruhigen Ort zum Leben. In Heiligensee ist das grundsätzlich möglich.

Doch leider gibt und gab es auf dem Immobilienmarkt auch Komplikationen. So, wie es damals bei dem Bauprojekt Bellavista der Fall war.

Das Bauprojekt Bellavista – ein Rückblick

In Heiligensee eine gute Immobilie in optimaler Lage zu besitzen ist ein echter Segen. Doch wie bereits erwähnt, befindet sich der Teil von Berlin in Reinickendorf und damit sind auch die städtischen Strukturen vorhanden und mit der Gegend verwoben. Es gibt einen S-Bahnhof und eine U-Bahn der Berliner Stadt-Betriebe. Je nach dem, wo sich ein Grundstück befindet, gibt es nicht immer nur den Ausblick auf den Wald oder den Fluss.

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Im Jahr 2002 machte ein größeres Bauvorhaben von sich Reden. Es ging um das Projekt Bellavista, welches in Berlin Heiligendorf errichtet wurde. Es war als eines der größeren im Bezirk Reinickendorf geplant. Direkt vor der Station der S-Bahn Nr. 25 lag ein riesiges, ungenutztes Grundstück. Es lag komplett brach. Zu dieser Zeit nicht ungewöhnlich in Berlin. Heute ist Berlin eine Boom-Stadt, in der die Menschen Schwierigkeiten haben eine Wohnung oder ein Haus zu finden. Doch damals war der Wohnungsmarkt noch eher mau. Es standen viele Objekte halb leer. Ebenso gab es so einige größere Grundstücke in Berlin, die noch ungenutzt waren.

An dieser Stelle also wollte das Konsortium „Kondor Wessels“ die genannte Wohnsiedlung errichten. Es sollten insgesamt 109 Wohneinheiten entstehen. Darunter waren 37 Reihenhäuser, die parallel zur S-Bahn verliefen. In der zweiten und dritten Reihe waren insgesamt 36 Doppelhäuser geplant.

Somit war die Siedlung grundsätzlich gut positioniert. Der Standort in Heiligensee mit all seinen Vorzügen war gut gewählt. Doch da war das Problem mit der S-Bahn. Durch kluge Planung hat man das gelöst. Zum einen wurden die Häuser so ausgerichtet, das sie den Blick nach Süd-West besitzen. Durch die Hanglage haben alle Einheiten einen schönen Blick in die Ferne und können die besonderen Vorteile der Region genießen.

Dementsprechend aktiv verlief der Verkauf. Die Gebäude wurden von ihren zukünftigen Besitzern quasi im Voraus finanziert. Es wurde eine riesige Baugrube ausgehoben. Wegen der Hanglage wurden alle Seiten großzügig und umfangreich durch Trägerbohlwände gesichert, so dass die Ränder nicht einstürzen. So war die Grundlage vorhanden. Richtig los ging es dann aber erst, nachdem die ersten Gelder der Käufer eingetroffen waren. Dann kamen die großen Maschinen zum Einsatz.

Alles in allem verkauften sich Bellavistahäuser gut. Ja, es war ein bisschen bedenklich, dass direkt vor der Tür die S-Bahn fuhr. Doch dieses Problem hat man dadurch abgefedert, dass die Badezimmer, Treppenhaus und Küchen in diese Richtung installiert wurden. Während Wohnzimmer und Schlafzimmer mit Blickrichtung in den Süden verlegt wurden. Das Projekt wurde zu einem erfolgreichen Vorhaben, welches Schule machte für weitere Bauprojekte in Berlin.

Welche Probleme traten abseits der Bauarbeiten auf?

Doch wie das Leben so spielt, änderte sich die Lage hin und wieder unerwartet. Hieran sieht man, welche Nachteile es hat, wenn man direkt im Grenzgebiet zweier Bundesländer leben möchte. In dem Fall zwischen Berlin und Brandenburg. Berlin erlebte zu der Zeit einen Aufschwung. Der Immobilien-Markt in Berlin begann sich mit reichlich Bewohnern zu füllen. Es kam so richtig Leben in die Stadt. Schön, wenn man dann das Glück hat in einem der schönsten Teile von Renickendorf zu wohnen. Doch auf der anderen Seite der Havel fiel eine folgenschwere Entscheidung. Das Land Brandenburg beschloss eine Müllverbrennungsanlage zu bauen. Und wo? Natürlich direkt in Henningsdorf. Es ist der „Grenzort“ an dieser Stelle, der zwischen Berlin und Brandenburg verläuft.

Als der Zuschlag vergeben wurde, hat es die Käufer und die Baufirma hart getroffen. Solche Rückschläge sind selten, doch sie gehören dazu. Problematisch an ihnen ist, dass sie den Wert der Immobilien senken können. Wer sich ein Objekt gekauft hat, der könnte Probleme haben in der Zukunft selbst einen angemessenen Preis beim Verkauf zu erzielen. Dennoch hielten alle am Projekt fest. Die Käufer sind nach der Fertigstellung eingezogen und leben seither in einer wirklich schönen Wohnsiedlung. Die Verbrennungsanlage entpuppte sich für die Bellavistabewohner zum Glück nicht als problematisch. Eher noch für die Bewohner näher drumherum. Wobei man sagen muss, dass heutzutage solche Anlagen recht unauffällig arbeiten. Es ist mehr dieser psychologische Effekt: „Oh, Ihr Haus liegt ja bei der Müllverbrennungsanlage, das kann ich leider nicht kaufen…“

Fazit

Der Immobilienmarkt in Berlin ist sehr abwechslungsreich. Grund dafür ist, dass die landschaftlichen Gegebenheiten sehr unterschiedlich sind. Ebenso können sich bei größeren Vorhaben hin und wieder Probleme ergeben. Vor allem dadurch, dass manchmal Gewerbe- und Wohnbezirke nahe beieinander liegen. Und aus einem weiteren Grund. Nämlich der Tatsache, dass Berlin komplett von Brandenburg umschlossen ist. Und in den Grenzgebieten stimmen sich die Regierungen und Kommunen möglicherweise nicht ab. Da kann es passieren, dass auf der einen Seite jemand versucht eine besonders schöne Wohngegend auf die Beine zu stellen. Auf der anderen Seite wiederum hat jemand den Traum davon ein Industriezentrum hochzuziehen, in dem sich so viel Industrie wie möglich ansiedelt. Was in manchen Regionen des Ostens bitter nötig ist, um die teilweise angespannte Lage am Arbeitsmarkt zu verbessern.