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Bier ist seit Anbeginn seiner „Erfindung“ vor über 6000 Jahren in Mesopotamien ein beliebtes alkoholisches Getränk in Deutschland. Pro Minute werden etwa 16.000 Liter Bier getrunken. Durch historische Krisen immer wiederkehrende Inflationen schwankt der Pro-Kopf-Konsum zwar häufig, dennoch ändert es nichts daran, dass die Deutschen ihrem Bier weiterhin treu bleiben. Laut einer Forsa-Umfrage (Gesellschaft für Sozialforschung und statistische Analysen mbH) genießen 93 Prozent der Bierliebhaber das Feierabendbier und würden nur ungern darauf verzichten. Viele behaupten spaßeshalber, dass Bier ein Nahrungsmittel wäre, aber selbstverständlich ist es als alkoholisches Getränk zu werten.

Zurück zu den Anfängen

Bier ist das älteste alkoholische Getränk, das in den meisten Kulturen gebraut wurde. Sein großer Erfolg ist umso erstaunlicher, wenn man bedenkt, dass Bier ein Zufallsprodukt ist. Ein Bäcker aus der Gegend des heutigen Syriens und Iraks vergaß einer Legende zufolge seinen Brotteig aus der Sonne zu nehmen und so vergor der Teig durch die Hefe. Diese klebrige Masse zeigte eine berauschende Wirkung und die Sumerer entwickelten daraus vier Methoden, Bier zu brauen. Der beliebteste Weizen dafür war Emmer, die erste Weizenart, die eigens dafür kultiviert wurde. Die Germanen zogen nach und schon 800 v.Chr. war es das Lieblingsgetränk der Germanen, dessen Bierbrauen von den Frauen übernommen wurde.

Selbstverständlich dürfen die Klöster nicht vergessen werden. Die Mönche versuchten sich erfolgreich im Bierbrauen und mit der Zeit entstanden klösterliche Brauereien, die den bürgerlichen Brauereien in großer Konkurrenz standen. Es heißt, die Mönche haben das Bier im Laufe der Jahre weiterentwickelt, um gut durch die österliche Fastenzeit zu kommen, denn Trinken ist bekanntlich keine Sünde. Sicherheitshalber schickten die Mönche eine Probe ihres Bieres nach Rom zum Papst, damit dieser seinen Segen gebe. Dieser fand das inzwischen schal gewordene Bier ekelhaft und genehmigte es in der Annahme, diese Brühe wäre eine Strafe.

Mit Schaffung der Handelswege, der Kaufleute und Handwerker kam die große Zeit der Bierbrauer und die Bedeutung der Hansestädte. Besonders Bremen war ein großer Umschlagplatz für Bier, das von dort unter anderem nach Skandinavien, England und Holland exportiert wurde. Immer mehr Städte schlossen sich dem Bierhandel an, so dass seit dem späten 17. Jahrhundert das Bier in allen deutschen großen Städten gebraut wurde und die Deutsche Bierkultur sich etablierte.

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Das Reinheitsgebot

Das Reinheitsgebot wurde am 23. April 1516 unter Herzog Ludwig X. und Herzog Wilhelm IV in Ingolstadt, Bayern, verabschiedet. Es besagt, dass zum Bierbrauen ausschließlich Wasser, Hefe, Malz und Hopfen verwendet werden dürfen. Diese erste Vorschrift im Lebensmittelbereich soll die traditionelle Handwerkskunst des Brauens bewahren. Das Reinheitsgebot gilt auch heute noch. Über 1500 Brauereien in ganz Deutschland müssen sich jeden Tag daran halten, wenn sie ihre über insgesamt 40 Biersorten und 7000 Biermarken produzieren. Es gibt den Kunden Sicherheit, schafft Klarheit im Handel und sorgt für die nötige Transparenz. Zudem stellt das Gebot sicher, dass nur hochwertige Rohstoffe verwendet und diese regelmäßig überwacht werden. Gebrautes Bier nach dem Reinheitsgebot ist geschützt und weltweit beliebt. Somit ist die Deutsche Bierkultur für die Zukunft gesichert.

Biersorten

Wie Sie bereits weiter oben erfahren haben, gibt es über 40 Biersorten. Nicht jedes Bier passt zu jedem Anlass, pur kann dagegen jede Sorte getrunken werden. Nachfolgend sind die gängigsten deutschen Biersorten aufgeführt:

  • Weizenbier
  • alkoholfreies Bier
  • Kölsch
  • Schwarzbier
  • Bockbier
  • Berliner Weiße
  • Pils
  • Alt
  • Märzen
  • Helles
  • Gose
  • Rauchbier
  • Zwickelbier

Nährstoffe Bier

Folgende Nährwerte gelten pro 100 g Lagerbier, da die Nährstoffe von Sorte zu Sorte ein wenig abweichen können.

  • 40 kcal
  • 0 g Fett
  • 0,5 g Eiweiß
  • 3,6 g Kohlenhydrate
  • 0,03 mg Vitamin B2
  • 0,65 mg B3
  • 0,06 mg B5
  • 0,1 mg B6
  • 35,55 mg Kalium
  • 7,54 mg Magnesium
  • 19,42 mg Phosphor
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Eine bierige Kulturreise

1. Station Augsburg

Sie mögen es zunächst nicht annehmen, da Augsburg eher für seine schwäbischen Leckerbissen wie Maultaschen, Schupfnudeln und Flädlesuppe bekannt ist. Doch die Augsburger lieben und bewahren ihre Brautraditionen. Tatsächlich sind die meisten Brauereien in der historischen Stadt in Bayern seit vielen Jahren immer noch in Familienhand. Die bekannteste und wohl älteste Brauerei in Augsburg ist die Privatbrauerei S. Riegele. Ihre traditionelle Braukunst gibt es seit dem Jahr 1386. Im Jahr 2006 wurde die Leitung der Brauerei an die 28. Generation der Familie übergeben und somit wird die Tradition fortgesetzt. Sehr beliebt sind das Augsburger Herrenpils und das Kellerbier. Die Privatbrauerei bietet regelmäßig Führungen durch die Brauerei sowie Bierverkostungen an. Anschließend kann im hauseigenen Wirtshaus gespeist und im BierLaden hochwertige Geschenkartikel, Bierspezialitäten oder Kulinarisches erworben werden.

2. Station Berlin

Die deutsche Hauptstadt kann nicht nur Berlinale und Kurfürstendamm, sondern auch Bier brauen. Die bekannteste, älteste und erfolgreichste Brauerei in Berlin ist die Berliner-Kindl-Schultheiss-Brauerei in Berlin-Hohenschönhausen, die im Jahre 2008 auch den Betrieb der Berliner Bürgerbräu übernommen hat. Gegründet wurde die Berliner Kindl-Schultheiss-Brauerei im Jahr 1842 von dem Berliner Apotheker Heinrich Prell. Nach der Übernahme von Jobst Schultheiss begann die erfolgsgekrönte Geschichte der Brauerei, die eine weitere nachhaltige Spur in der Deutsche Bierkultur mit ihren produzierten Biermarken hinterließ und noch hinterlässt. Die Brauerei bietet regelmäßig Führungen an.

Im Übrigen wissen die Berliner ganz genau, was sie möchten: Ihr Lieblingsbier aus ihrer Hauptstadt. Und dazu zählen neben dem Berliner Pilsner Bärenpils von der Kindl Brauerei die Berliner Kindl Weisse, das Berliner Bürgerbräu, das Potsdamer Rex Pils sowie das Schultheiss Pilsener.

3. Station Hamburg

Die Hamburger lassen sich weder ihre Alster noch St. Pauli und schon gar nicht ihr Bier nehmen. In Hamburg wurde bereits vor der Industrialisierung Bier in großem Rahmen gebraut, da die große Hafenstadt im Norden Deutschlands bereits in der Hanse und somit eine Hansestadt war. Der große Umschlagplatz am Hafen förderte den Export von Bier und Getreide und sorgte dafür, dass Hamburg zu einer der reichsten Städte im Mittelalter wurde. An Biersorten mangelt es der Hansestadt auch heute nicht. Beliebte Biere sind Astra, Bergedorfer Bier, Duckstein, Holsten, Ratsherrn, Senatsbock, Gröninger Pils sowie Buddelship. Die Astra Brauerei St. Pauli bietet regelmäßig Führungen an, die Gäste erfahren alles über das Bierbrauen und was sonst noch dazu gehört. Hinterher gibt es eine künftige Brotzeit. Wer mag, darf geschlossene Gesellschaft auf Anfrage.

4. Station Braunschweig

Fußballfans werden Eintracht Braunschweig kennen, andere die berühmte Braunschweiger Mettwurst. Recht unbekannt dagegen ist die Tatsache, dass in Braunschweig das Wolters Pilsener seine Geburtsstätte hat. Gegründet 1627 vom damaligen Bürgermeister Zacharias Boiling, überstand die Brauerei Wolters den 30- jährigen Krieg fast unbeschadet. 1882 erhielt Wolters vom Herzog Wilhelm zu Braunschweig das Prädikat „Herzogliches Hofbrauhaus“. Nach der Zerstörung der Gebäude im 2. Weltkrieg wuchs es nach dem Aufbau 1947 wieder zu einem angesehenen Unternehmen. Bis heute ist Wolters sehr angesehen und hat seinen festen Platz auf dem Markt. Mit den beliebten Bieren Wolters alkoholfrei, Wolters Radler, Wolters Winter Stout, Wolters Helles, Wolters Cola-Orange-Mix, Wolters Pilsener sowie der Wolters Maibock und das Wolters Premium können alle Interessierten verschiedene Rezepte vom Starkoch Florian Fuhrmann nachkochen.

5. Station München

München zählt zu den meistbesuchten Orten in Deutschland. Das mag zum einen am Charme der bayerischen Hauptstadt liegen, zum anderen an den vielen Sehenswürdigkeiten. Bekannt ist München jedoch für sein Bier. Ein Touristenmagnet ist deshalb das über 500 Jahre alte Hofbräuhaus im Herzen von München, das sich einen Namen als berühmtestes Wirtshaus der Welt gemacht hat. Das Hofbräuhaus braut und verkauft nicht nur sein selbst gebrautes Bier, das dazu gehörige Wirtshaus verfügt zusätzlich über eine eigene Bäckerei, Konditorei und Metzgerei. Die Gäste des Wirtshauses sowie die Besucher einer Brauereiführung im Rahmen der Munich Brewery Tour kommen in den Genuss der selbstgebrauten Köstlichkeiten. Zu den hauseigenen Biersorten gehören das Hofbräu Original, die Münchner Weisse, das Hofbräu dunkel sowie das Oktoberfestbier.

Im Übrigen ist seit 1998 das Münchner Bier eine geschützte geografische Angabe. Sie gilt für jedes Bier, das umgeben von den Stadtgrenzen Münchens von den Brauereien gebraut wird, die im Verband der Münchner Brauereien vertreten sind.

Weitere beliebte Biersorten der Münchner sind das Paulaner Weißbier, das Augustiner-Bräu, das Löwenbräu, das Spatenbräu sowie Hacker-Pschorr. Viele Münchner Biere können auf einer Munich Brewery Tour probiert werden.

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